Auswahl therapeutischer Verfahren

Carotis-Operation

Der Schlaganfall steht in der Statistik der Todesursachen in Deutschland an 3. Stelle. Ca. 160.000 bis 250.000 Menschen erkranken hieran jährlich. Die Ursache für den Schlaganfall liegt zu ca. 40% in einer Verengung der Halsschlagader.

Folgende Symptome können hierbei auftreten:

  • kurzzeitige Sehstörungen, welche sich spontan zurückbilden
  • Bewusstseinsstörungen mit Ausfällen der Motorik und/oder der Sensibilität, welche unterschiedlich lang bestehen bleiben können
  • Sprach- und Schluckstörungen
  • Störungen der Koordination

Diese Symptome führen den Patienten oft zunächst zu ihrem Hausarzt, welcher dann direkt die Einweisung ins Krankenhaus oder bei leichterer Symptomatik die Überweisung in die gefäßchirurgische oder angiologische Sprechstunde veranlasst. Natürlich werden auch bei Routineuntersuchungen häufig die so genannten asymptomatischen Verengungen der Halsschlagader entdeckt, auch hier wird der Patient dann in die entsprechende Spezialsprechstunde überwiesen.

Diagnostik:

Mit einer Ultraschalluntersuchung werden nun die Halsschlagadern untersucht. Sollten sich hier Kalkablagerungen befinden, kann der Grad der Verengung genau ermittelt werden. Einer Operation werden nur die hochgradigen Verengungsprozesse zugeführt, denn auch die OP hat ihre Risiken. Im Allgemeinen ist sie nur dann indiziert, wenn das Operationsrisiko geringer ist als das Risiko des Auftretens eines Schlaganfalles ohne Operation. Der Verengungsgrad der Halsschlagader sollte jedoch nicht unter 70% liegen.

Der Operationstermin wird Ihnen in der Sprechstunde mitgeteilt.

Operationsablauf:

Zunächst werden am Aufnahmetag verschiedene Untersuchungen des Herzens und der Blutgefäße durchgeführt. Unter Umständen erfolgt zusätzlich eine CT- Untersuchung des Kopfes.

Die Operation wird dann, wenn möglich am wachen Patienten in örtlicher Betäubung vorgenommen. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Bis auf kleine Einstiche des Betäubungsmittels merken Sie von der Operation nicht viel. Wir können uns so während der gesamten Zeit mit Ihnen unterhalten, würden eine Durchblutungsstörung des Gehirns sofort bemerken und entsprechende Maßnahmen ergreifen. In bestimmten Situationen macht sich aber doch die Narkose erforderlich. Auch hier stehen uns entsprechende Überwachungsmöglichkeiten zur Verfügung. Durch die Operation werden Kalkablagerungen aus der Halsschlagader ausgeschält. Entweder wird das Blutgefäß anschließend direkt verschlossen oder ein Kunststoffflicken (Patch) aufgenäht. Dieser Kunststoff wurde speziell als Blutgefäßersatz entwickelt und wird somit auch nicht vom Körper abgestoßen. Diese „Ausschälplastik“ dauert ca. 1 Stunde und ist das operative Standardverfahren. Sie wird über einen leicht schräggestellten Längsschnitt der Haut an der entsprechenden Halsseite durchgeführt. Nach der Operation erfolgt eine 24-stündige intensive Überwachung. Der gesamte stationäre Aufenthalt beläuft sich insgesamt auf ca. 8 Tage.

Nicht-operative Verfahren:

Alternativ zur OP hat sich in den letzten Jahren ein Verfahren entwickelt in welchem man durch Aufdehnen und anschließendem Einbringen eines Metallgitters (Stent) auch eine Verengung der Halsschlagader behandeln kann.

Dieses Verfahren wird an anderen Lokalisationen (Herz-Kranzgefäße, Beinarterien) schon mit gutem Erfolg angewandt. Langzeitergebnisse liegen hier noch nicht ausreichend vor, so dass die Anwendung nur in bestimmten Situationen erfolgt. Wir beraten Sie diesbezüglich gern.