Auswahl therapeutischer Verfahren

Der diabetische Fuß

Der Diabetes mellitus hat sich in letzten Jahrzehnten zu einer Volkskrankheit entwickelt. Insbesondere in der "Wohlstandsgesellschaft" ist diese Erkrankung im Vormarsch. Zu den häufigsten Komplikationen des Diabetes zählt die Durchblutungsstörung in den peripheren Gefäßen. Betroffen sind hier vorwiegend die kleineren Gefäße weit in der Peripherie, so dass eine gefäßchirurgische Rekonstruktion hier oft an ihre Grenzen stößt.

Durch eine gleichzeitig auftretende Nervenschädigung- ebenfalls durch den Diabetes hervorgerufen- haben die Patienten oft warme Füße und sind relativ schmerzunempfindlich. So wird z.B. drückendes Schuhwerk nicht wahrgenommen und auch kleinere Verletzungen, teilweise bei der Fußpflege, werden bagatellisiert. Durch die schlechte periphere Durchblutung können aber gerade diese Wunden nicht abheilen, sondern entwickeln sich oftmals zu größeren, teilweise infizierten Läsionen des Fußes, die nicht selten unbehandelt in einem Desaster enden.

In den meisten Fällen ist eine stationäre Aufnahme erforderlich. Bei gleichzeitig bestehender Arteriosklerose der Hauptgefäße wird versucht, durch Operation oder Aufdehnung der verengten oder verschlossenen Blutgefäße, die "Makroversorgung" der Extremität wieder herzustellen.

Handelt es sich ausschließlich um eine Störung der "Mikroversorgung", versucht man durch gefäßerweiternde Medikamente, Antibiotika und Ruhigstellung der Extremität, die Entzündung zur Abheilung zu bringen. Das bereits abgestorbene Gewebe muss operativ entfernt werden. Da dies so sparsam wie möglich erfolgt, spricht man von einer "Grenzzonenresektion". Gelingt es nicht die Infektion einzudämmen bzw. bei fortgeschrittenem Befund, welchem schon den ganzen Fuß mit einbezieht, droht manchmal auch die Amputation.

Eine weitere Folge der Störung an peripheren Nerven und Gefäßen ist eine Veränderung der knöchernen Strukturen des Fußes.

Das Fußgewölbe bricht in sich zusammen und durch den nun entstehenden Druck des Knochens von oben und des Schuhs von unten auf das dazwischen liegende Gewebe der Fußsohle, entsteht ein Gewebsdefekt, das so genannte "Malum perforans". Auch dies bleibt durch die Schmerzunempfindlichkeit lange unbemerkt. Die Folgen können wiederum Infektionen des Gewebes und des Knochens sein. Durch eine Entfernung des drückenden Knochenabschnittes kann man diese Komplikation - früh erkannt- recht gut behandeln.

Fazit:

Der Diabetiker muss peinlichst genau eine fachgerechte Fußpflege betreiben. Zusätzlich muss er bequemes Schuhwerk tragen bzw. rechtzeitig eine orthopädische Schuhversorgung durchführen lassen, um sich vor Verletzungen zu schützen. Sind sie aber trotzdem aufgetreten, muss er sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Die Behandlung ist langwierig und erfordert daher Geduld von Patient und Arzt. Sie dient aber einzig und allein dem Extremitätenerhalt.