Auswahl therapeutischer Verfahren

Gehtrainingsgruppe

- Bei Patienten im Stadium II der PAVK (d.h. belastungsabhängiger durchblutungsbedingter Beinschmerz – noch kein Ruheschmerz, syn.: Schaufensterkrankheit) kann über spezielle Trainingsmethoden eine Verbesserung der Gehstrecke erreicht werden.

- diskutierte und z.T. nachgewiesene Wirkmechanismen sind:

• Entwicklung eines effektiven Kollateral-(Umgehungs-)kreislaufes
• Umverteilung des Bluteinstromes zugunsten mangelversogter Muskulatur (Robin Hood Effekt)
• verbesserte Gefäßversorgung und -bildung im Muskel mit verbesserter Sauerstoffversorgung und -ausschöpfung
• effektivere Muskelleistung und -koordination mit ökonomischerem Einsatz bestimmter Muskelgruppen und dadurch reduziertem Sauerstoffverbrauch
• fraglich verbesserte Schmerztoleranz
• Verbesserung bestimmter Stoffwechselwege und -leistungen im Muskel 

- Nach differenzierter Untersuchung und Überprüfung der Möglichkeit und Notwendigkeit anderer Therapieverfahren wird über die Aufnahme in unsere Gehtrainingsgruppe entschieden

- Vorraussetzungen sind:

• eine adäquate Lokalisation der Gefäßverschlüsse oder Engstellen (Verschlüsse der Beckenarterien lassen sich schlechter trainieren)
• eine ausreichende allgemeine Belastbarkeit (insbesondere Herz-Kreislauf-Lungen-System)
• das Fehlen von Begleiterkrankungen an den Beinen, die einem Training entgegenstehen
• die entsprechende Motivation des Patienten



Axel Fickenwirth, leitender Physiotherapeut am Klinikstandort Wernigerode, informiert:

"Jeder Schritt zählt - genau nach diesem Motto verfolgt das Team der Gefäßsporttrainer seit nunmehr 3 Jahren das ehrgeizige Ziel, Gefäßpatienten den Spaß am Laufen zurückzugeben. Als ein kleiner Baustein im Gesamtkonstrukt Gefäßmedizin kann dabei auf beachtliche Erfolge zurückgeblickt werden. Neben der medikamentösen Therapie, der operativen Vorgehensweisen und Veränderungen des Lebensstils sind auch spezielle Trainingsverfahren ein wesentlicher Baustein zur Verbesserung der Gehstrecke.

Gefäßsport hat nicht nur einen positiven Effekt auf die Gehstrecke – auch die Veränderung des Zucker- und Fettstoffwechsels sowie eine deutliche Anhebung der Leistungsfähigkeit und Koordination werden erreicht. Es verbessert sich die Durchblutung der Beine und in vielen Fällen kann sogar ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden.

Der Nutzen des Gefäßsportes ist in mehreren anerkannten Studien wissenschaftlich belegt. Bei einem Training von 3-mal pro Woche über eine Dauer von 30 Minuten verdoppelte sich die Gehstrecke bei mehr als der Hälfte der Patienten.

Also vorwärts und Mut beweisen, melden Sie sich an. Los geht's!! Ein spontaner Spaziergang, ein Stadtbummel oder eine nette Runde mit guten Freunden darf kein Wunschtraum bleiben. "