Auswahl therapeutischer Verfahren

Krampfadern und deren Therapie

Die Venen der unteren Extremität werden in ein oberflächiges und in ein tiefes Venensystem unterschieden. Während die oberflächlichen Venen außerhalb der Muskulatur liegen, befinden sich die tiefen Venen innerhalb der Muskulatur. Getrennt werden sie durch die Muskelhaut – auch "Faszie" genannt.

Für den Abfluss des Blutes sind hauptsächlich die tiefen Venen verantwortlich.

Die Varikosis betrifft zunächst nur das oberflächliche Venensystem. Da aber beide Systeme durch Verbindungsvenen mit einander kommunizieren, kann es auch zu Folgeerkrankungen im tiefen Venensystem kommen.

Die Venen enthalten Venenklappen, welche für den kontinuierlichen Rückfluss des Blutes verantwortlich sind. Wenn diese Klappen verschlissen sind, kommt es zum Rückstau des Blutes in die Vene und damit zu ihrer Ausweitung. So entsteht die Krampfader.

Die Krankheit beginnt meist da, wo die oberflächliche Vene in die tiefe Vene einmündet durch einen Defekt der Mündungsklappen. Sie schreitet also von oben nach unten fort.

Im Wesentlichen lassen sich zwei große oberflächliche Venensysteme unterscheiden:

  1. Die "Vena saphena magna" zieht vom Innenknöchel an der Innenseite des Beines zur Leiste. Hier mündet sie in die tiefe Oberschenkelvene.
  2. Die "Vena saphena parva" zieht vom Außenknöchel an der Rückseite der Wade zur Kniekehle und mündet hier in die tiefe Vene.

Natürlich können auch alle anderen Venen in diese Erkrankung mit einbezogen sein. Man spricht dann von einer "Seitenastvarikosis".


Diagnostik:

Nachdem Ihr Hausarzt den Verdacht auf ein Krampfaderleiden gestellt hat, wird er Ihnen eine Überweisung in die gefäßchirurgische Spezialsprechstunde geben.

Hier werden wir mit Ultraschalluntersuchungen das genaue Ausmaß der Erkrankung ermitteln und entsprechende Therapieempfehlungen geben.

Diese können sich in Form der konservativen "Kompressionstherapie", oder der operativen Therapie unterscheiden.



Operative Therapie:

Das Ausmaß der Erkrankung selbst und evtl. bestehende Nebenerkrankungen, wie Diabetes, Herzerkrankungen usw. sind ausschlaggebend dafür, ob der Eingriff unter ambulanten oder stationären Bedingungen durchgeführt wird.

Die Operation selbst erfolgt dann stadiengerecht, d.h. es wird nur der erkrankte Anteil der Vene entfernt. Hierfür ist es notwendig, dass die Vene am Ursprung ihrer Erkrankung aufgesucht und entfernt wird. Dies geschieht also meist durch einen kleinen Leisten- oder Kniekehlenschnitt. Anschließend wird sie mit einer Sonde aufgefädelt und herausgezogen. Die Seitenäste, welche ebenfalls in die Erkrankung mit einbezogen sind, werden über kleine Hautstiche „herausgehäkelt“.

Die nicht erkrankten Äste reißen ab. An dieser Stelle bildet sich dann später ein kleiner Bluterguss, was durchaus normal ist.

Anschließend werden die Wunden vernäht und das Bein mit einem Kompressionsstrumpf versorgt. Dies soll die Ausbildung größerer Blutergüsse verhindern.

Wenn es sich um eine isolierte Seitenastvarikosis handelt, kann auf den Leisten- bzw. Kniekehlenschnitt verzichtet werden. Ist die Erkrankung schon so weit fortgeschritten, dass sich Hautveränderungen gebildet haben, ist es notwendig die Muskelhaut im Unterschenkel zu spalten. Hier wenden wir das endoskopische Verfahren an. Über einen Hautschnitt am Unterschenkel wird das Endoskop eingeführt. Zunächst werden die krankhaften Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefem Venensystem auf diesen Wege entfernt. Dann wird mit einem Haken die Muskelhaut gespalten, so dass hier keine größeren Wunden entstehen.

Dieses Verfahren kann man auch isoliert bei bestimmten Krampfaderarten anwenden.

Für eine gering ausgebildete Seitenastvarikosis kann man auch die Verödung anwenden.

Besenreiservarizen können ebenfalls verödet oder gelasert werden. Allerdings sind hier die Ergebnisse nicht so überzeugend. Dieses Verfahren wird daher von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen.

Den genauen OP Termin erhalten Sie in unserer Sprechstunde.