Auswahl therapeutischer Verfahren

Ulcus cruris (Shaving)

Viele Patienten leiden an chronischen Hautdefekten, insbesondere an den unteren Extremitäten. Ursache hierfür sind meist chronische Erkrankungen des Venensystems, Zustand nach Unfällen, aber auch arterielle Gefäßerkrankungen. Insbesondere bei den venösen Erkrankungen leiden die Patienten über sehr lange Zeit - manchmal bis zu Jahren- an "offenen Beinen". Bisher war hier Therapie der ersten Wahl die Kompressionsbehandlung.

Nun gibt es eine Operationsmethode, bei welcher die oberflächliche Schicht des Unterschenkelgeschwürs abgetragen und dieses so durch eine Hauttransplantation verschlossen werden kann.

Therapieablauf:

Die Beläge werden mit einem so genannten "Shaver" schichtweise abgetragen. Je nach dem wie tief die abgestorbenen Gewebspartikel liegen, wird das Ulcus entweder in oberflächlichen Gewebsschichten oder aber auch bis einschließlich der Muskelhaut (Faszie) schichtweise abgetragen. Anschließend wird entweder ein feuchter Verband oder eine Vakuumpumpe angelegt.

Nachdem so regelrechte Wundverhältnisse geschaffen werden konnten, wird in einer weiteren operativen Sitzung ein kleines Stück Haut vom Oberschenkel entnommen. Hierbei werden nur die oberen Hautschichten entfernt, so dass eine Art Schürfwunde entsteht. Die entnommene Haut wird nun durch das Einschneiden eines Gitters auf die ca. dreifache Größe gebracht, und anschließend auf das vorbereitete Areal aufgelegt und mit wenigen Klammern befestigt. Nun wird wieder eine Vakuumversiegelung aufgesetzt, um das sich bildende Wundwasser zu entfernen, sowie das Transplantat auf den Untergrund fest anzudrücken. Diese Vakuumpumpe bleibt ca. 5 Tage auf der Wunde. Schon jetzt zeigt sich, in wie weit sich das Transplantat mit dem Untergrund verbunden hat. Die weitere Behandlung erfolgt entsprechend der Ursache der Erkrankung. Bei venösen Erkrankungen liegt sie in der Kompressionsbehandlung. Bei arteriellen Gefäßerkrankungen darf diese Therapie nicht angewandt werden, hier muss der Hauttransplantation ein operativer Eingriff zur Verbesserung der Durchblutungsverhältnisse vorausgehen.

Die Dauer des stationären Aufenthaltes richtet sich nach den Erfolgen der Vorbehandlung, nach erfolgter Hauttransplantation liegt er bei ca. 7 Tagen.